Buch: „Unter blutrotem Himmel“ von Mark Sullivan

Nein, „Unter blutrotem Himmel“ ist kein totaler Reinfall, aber dieser Roman, angeblich auf Fakten basierend, ist eine herbe Enttäuschung. Ob die Geschichte sich mehr oder weniger wirklich so zugetragen hat, sei dahingestellt, das ist auch nicht relevant.

Relevant ist, dass die Geschichte ein richtig gutes Buch hätte werden können, aber dank Sullivans Unvermögen zu einem verkitschten, belanglosen, langatmigen und langweiligen Roman verkommen ist. Dass ich überhaupt 2 Sterne vergebe, liegt einzig und allein am halbwegs passablen Finale.

Ausgesprochen problematisch ist Sullivans Schreibstil, der keinerlei Empathie für seine Protagonisten und die Umstände der damaligen Zeit in Italien erkennen lässt. Der Holocaust wird zwar ab und an thematisch berührt, aber so sehr an den Rand gedrückt, dass er genauso gut unerwähnt hätte bleiben können. Pinos Gefühle zu Anna werden überbordend – und ehrlich gesagt nicht besonders gekonnt – beschrieben, während der zweite Weltkrieg und dessen einzelne Episoden, die laut Roman angeblich Pino widerfahren sind, erschreckend neblig erzählt werden, so dass eine völlig unnötige Distanz bewahrt wird.

„Unter blutrotem Himmel“ ist ein aufgeblasener Roman über ein an sich faszinierendes, tragisches Kapitel in Pino Lellas Leben, das so reißbrett-artig präsentiert wird, dass es schade ist.

Fazit: Amateurhaft anmutende Umsetzung einer grundsätzlich spannenden, auf wahren Begebenheiten basierenden Geschichte.

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